- Offizieller NameSt. Johann Nepomuk
- AdresseSendlinger Straße 32, 80331 München
- Bauzeitzwischen 1733 und 1746
- ErbauerEgid Quirin & Cosmas Damian Asam
Die Geschichte der Asamkirche
1733 erwarb Egid Quirin Asam Grundstücke in der Sendlinger Straße. Neben seinem Wohnhaus, dem heutigen Asamhaus, ließ er eine Kirche errichten – auf eigene Kosten und ohne Auftraggeber, dem er Rechenschaft schuldete. Geweiht wurde sie dem heiligen Johannes von Nepomuk, einem böhmischen Priester, der kurz zuvor heiliggesprochen worden war und in Bayern als Brückenheiliger verehrt wird. Daher der offizielle Name St.-Johann-Nepomuk-Kirche; international ist sie als „Asam Church“ bekannt.
Ursprünglich war die Kirche als private Kapelle des Künstlers gedacht, Entwurf und Ausstattung stammen ganz von den Brüdern Asam. Die Münchner Bürger drängten jedoch darauf, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, und Asam musste nachgeben. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bau beschädigt und anschließend restauriert. Heute ist die Asamkirche eine der meistbesuchten Kirchen der Altstadt.
Die Fassade: Felsen in der Häuserzeile
Von außen ist die Kirche leicht zu übersehen. Sie fügt sich unscheinbar in die Häuserzeile der Sendlinger Straße ein, nur die geschwungene Fassade verrät sie. Am Sockel scheinen unbehauene Felsen aus der Mauer zu wachsen, darüber zeigt eine Figurengruppe den heiligen Johannes Nepomuk. Das Portal mit seiner reichen Schnitzerei bildet den Eingang in eine andere Welt. Gleich daneben steht das Asamhaus mit seiner verzierten Fassade.
Der Innenraum: Theater des Glaubens
Wer die Asamkirche betritt, steht in einem schmalen, hohen Raum, der sich in zwei Ebenen gliedert. Unten sitzen die Gläubigen, darüber läuft eine Galerie (Empore) entlang, auf der Säulen und Figuren das obere Geschoss gliedern. Der Blick wird nach vorn und nach oben gezogen:
- Der Hochaltar: Ganz oben, fast unter der Decke, schwebt eine Darstellung der Dreifaltigkeit – Gott Vater hält den gekreuzigten Sohn, darüber die Taube des Heiligen Geistes. Licht aus einem verborgenen Fenster lässt die Gruppe leuchten.
- Das Deckenfresko: Cosmas Damian Asam malte Szenen aus dem Leben des heiligen Nepomuk. Die gemalte Architektur scheint die Decke zu öffnen.
- Gold, Marmor und Stuck: Säulen, Gesimse und Figuren gehen fließend ineinander über. Kaum eine Fläche bleibt ungestaltet.
- Vergänglichkeit: Zwischen dem Prunk erinnern Motive wie der Tod, der den Lebensfaden durchschneidet, an die Endlichkeit des Lebens.
Egid Quirin Asam konnte vom Nachbarhaus aus durch ein Fenster auf den Altar blicken – eine Kirche, ganz nach den Vorstellungen ihres Erbauers.
Warum die Asamkirche so besonders ist
Die Brüder Asam verbanden Architektur, Malerei und Skulptur zu einem Gesamtkunstwerk, das den Besucher regelrecht umfängt. In ihren großen Klosterkirchen wie Weltenburg mussten sie Rücksicht auf Auftraggeber nehmen. In der Asamkirche dagegen war Egid Quirin Bauherr und Künstler zugleich. Deshalb gilt sie als besonders reine Ausprägung ihrer Ideen – und als Meisterwerk des süddeutschen Spätbarock. Viele Besucher halten sie für die schönste Kirche Münchens; überwältigt sind fast alle, die zum ersten Mal eintreten.
Tipps für Ihren Besuch
- Anfahrt: U-Bahn bis Sendlinger Tor (U1, U2, U3, U6) und wenige Minuten zu Fuß die Sendlinger Straße hinauf, oder vom Marienplatz über den Rindermarkt.
- Zeit: 15 bis 30 Minuten reichen für einen ersten Eindruck. Nehmen Sie sich Zeit, nach oben zu schauen.
- Licht: Bei Sonnenschein wirkt der Altar durch das Streiflicht am eindrucksvollsten.
- Respekt: Die Kirche ist ein Gebetsort. Während der Messen bitte nicht besichtigen, ansonsten leise sein.
- Kombinieren: Die Kirche liegt auf unserem Rundgang München an einem Tag. Mehr über die Straße lesen Sie unter Sendlinger Straße & Sendlinger Tor.
Weitere Asam-Orte in München und Bayern
Wer auf den Geschmack gekommen ist: Ein frühes Fresko von Cosmas Damian hängt in der Dreifaltigkeitskirche, sein bemalter Landsitz steht als Asamschlössl in Thalkirchen. Die großen Klosterkirchen außerhalb Münchens stellt Barockkirchen in Bayern vor, die Biografie beider Künstler Die Asam-Brüder.