Entstehung: ein Versprechen in Kriegszeiten
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war Bayern in den Spanischen Erbfolgekrieg verwickelt, München litt unter Besatzung und Unsicherheit. Die bayerischen Landstände gelobten, eine Kirche zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit zu bauen, falls die Stadt verschont bliebe. Den Anstoß gab die Münchner Karmelitin Maria Anna Lindmayr, die von einer Vision berichtete. Gebaut wurde die Kirche in den Jahren nach 1711 gemeinsam mit einem Kloster der Karmelitinnen.
Architektur
Die Pläne gehen auf den Hofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi zurück. Die Fassade schwingt leicht nach vorn und wirkt in der schmalen Pacellistraße ungewöhnlich lebendig. Im Inneren bildet eine Kuppel über dem Zentralraum den Höhepunkt – genau dort setzt das Fresko an.
Das Kuppelfresko von Cosmas Damian Asam
Kurz nach seinen Studienjahren in Rom erhielt Cosmas Damian Asam den Auftrag für das Deckenbild. Es zeigt die Verherrlichung der Dreifaltigkeit mit Heiligen und Engeln, die in einen geöffneten Himmel aufsteigen. Schon hier zeigt sich, was ihn später berühmt macht: die Illusion, dass sich die Decke öffnet und der Raum ins Unendliche weitergeht.
Für Asam-Interessierte ist die Kirche ein guter Startpunkt: Hier sehen Sie den jungen Maler, in der Asamkirche rund zwanzig Jahre später das reife Gesamtkunstwerk der Brüder.
Besuchstipps
- Lage: Pacellistraße, nahe Karlsplatz (Stachus) und Promenadeplatz. U- und S-Bahn: Karlsplatz (Stachus).
- Gottesdienste: Die Kirche ist ein Ort des Gebets; während der Messen ist eine Besichtigung nicht möglich.
- Blick nach oben: Nehmen Sie sich Zeit für die Kuppel – am besten aus der Mitte des Raumes.
In der Nähe
Ein paar Schritte entfernt liegen die Michaelskirche und der Bürgersaal in der Neuhauser Straße sowie die Frauenkirche. Alle Ziele finden Sie in der Übersicht Sehenswürdigkeiten der Münchner Altstadt. Für eine Asam-Tour durch München: Dreifaltigkeitskirche, dann Sendlinger Straße mit Asamkirche und am Nachmittag das Asamschlössl in Thalkirchen.