- Lebensdatengetauft 28.09.1686 in Benediktbeuern, gestorben 10.05.1739 in München
- BerufFreskomaler, Baumeister
- Ausbildungbeim Vater Hans Georg Asam, danach in Rom
- BruderEgid Quirin Asam, Bildhauer und Stuckateur
Herkunft: eine Künstlerfamilie
Cosmas Damian Asam stammte aus einer Malerfamilie. Sein Vater Hans Georg Asam arbeitete für bayerische Klöster, unter anderem in Benediktbeuern und Tegernsee. Dort lernten die Söhne früh das Handwerk der Kirchenausstattung kennen. Nach dem Tod des Vaters 1711 übernahm Cosmas Damian die Rolle des Familienoberhaupts und begann seine eigene Laufbahn.
Rom als Schlüsselerlebnis
Um 1711 reiste Asam nach Rom. Dort studierte er die Werke des römischen Hochbarock – die Lichtregie in den Kirchen, die Verbindung von Architektur, Malerei und Skulptur zu einem Gesamtkunstwerk. 1713 erhielt er einen Preis der römischen Accademia di San Luca. Die Eindrücke aus Rom prägen alle späteren Werke der Brüder: Räume, die wie eine Bühne wirken, mit verborgenem Licht und Figuren, die scheinbar aus dem Bild treten.
Arbeitsweise: Maler und Baumeister
Zurück in Bayern arbeitete Cosmas Damian zunächst als Freskant, bald auch als Architekt. Häufig übernahm er die Gesamtleitung eines Kirchenumbaus: Er entwarf den Raum und malte die Fresken, sein Bruder Egid Quirin gestaltete Stuck, Altäre und Figuren. Die Brüder traten als Werkstatt auf und arbeiteten für Klöster, Bischöfe und den Hof.
Typisch für Cosmas Damian sind Deckenbilder, die die Decke scheinbar öffnen: Himmel, Wolken und Heilige schweben über einer gemalten Architektur. In Weltenburg malte er sich selbst in das Fresko – als Figur, die sich über ein gemaltes Gesims beugt und auf die Besucher hinabschaut.
Wichtige Werke (Auswahl)
| Ort | Werk |
|---|---|
| München, Dreifaltigkeitskirche | Kuppelfresko, eines seiner frühen Werke nach der Rückkehr aus Rom |
| Kloster Weltenburg | Klosterkirche als Baumeister und Freskant, gemeinsam mit dem Bruder |
| Freising, Dom | Barockisierung des Innenraums mit dem Bruder |
| Einsiedeln (Schweiz), Klosterkirche | Fresken in der Benediktinerabtei |
| Ingolstadt, Maria de Victoria | großes Deckenfresko im Betsaal |
| Osterhofen-Altenmarkt | Fresken in der Klosterkirche |
| Straubing, Ursulinenkirche | Deckenfresko im letzten gemeinsamen Werk der Brüder |
| München, Asamkirche | Deckenfresko in der Privatkirche des Bruders |
Das Asamschlössl in Thalkirchen
In den 1720er-Jahren erwarb Cosmas Damian ein Anwesen im damaligen Dorf Thalkirchen südlich von München. Er nannte es „Maria Einsiedel“ – eine Anspielung auf seine Arbeit im Schweizer Wallfahrtsort – und bemalte die Fassade selbst. Heute heißt es Asamschlössl.
Tod und Nachwirkung
Cosmas Damian Asam starb 1739 in München. Mehrere Projekte, darunter die Ursulinenkirche in Straubing, vollendete sein Bruder ohne ihn. Die Kirchen der Asams gelten heute als Höhepunkte des süddeutschen Barock und ziehen Kunstinteressierte aus aller Welt an. Eine Route zu den wichtigsten Orten finden Sie unter Barockkirchen in Bayern, den gemeinsamen Werdegang beider Brüder unter Die Asam-Brüder.