Egid Quirin Asam: Bildhauer, Stuckateur, Bauherr

Egid Quirin Asam (1692–1750) war der Bildhauer und Stuckateur unter den Asam-Brüdern. Er schuf Altäre und Figuren, die wie Theaterszenen wirken – berühmt sind der Hochaltar in Rohr und der heilige Georg in Weltenburg. In München baute er neben seinem Wohnhaus auf eigene Kosten die Asamkirche.

Unabhängiger Ratgeber · Stand: 03.11.2026

  • Lebensdatengetauft 01.09.1692 in Tegernsee, gestorben 29.04.1750 in Mannheim
  • BerufBildhauer, Stuckateur, Baumeister
  • Ausbildungbei Andreas Faistenberger in München
  • BruderCosmas Damian Asam, Maler und Architekt

Jugend und Ausbildung

Egid Quirin kam in Tegernsee zur Welt, wo sein Vater Hans Georg Asam damals für das Kloster malte. Anders als sein älterer Bruder wurde er nicht Maler, sondern ging bei dem Münchner Hofbildhauer Andreas Faistenberger in die Lehre. Die Begeisterung für das römische Barock, die Cosmas Damian aus Italien mitbrachte, übernahm er rasch – auch wenn die Frage, ob er selbst längere Zeit in Rom war, in der Forschung unterschiedlich beantwortet wird.

Rohr: Ein Altar wie eine Bühne

Sein erstes großes eigenständiges Werk entstand in der Klosterkirche von Rohr in Niederbayern. Der Hochaltar zeigt die Himmelfahrt Mariens: Die Apostel drängen sich um den leeren Sarkophag, während Maria, von Engeln getragen, darüber zu schweben scheint. Die Figuren sind so frei in den Raum gestellt, dass der Altar weniger wie ein Möbel als wie ein Moment aus einem Theaterstück wirkt. Rohr wird oft als Schlüsselwerk des bayerischen Barock bezeichnet.

Weltenburg: Der heilige Georg

In der Klosterkirche von Weltenburg an der Donau gestaltete Egid Quirin den Hochaltar. Im Zentrum reitet der heilige Georg, in silbern schimmernder Rüstung, auf den Betrachter zu und besiegt den Drachen; von hinten fällt Licht aus einem verborgenen Fenster auf die Gruppe. Die Kombination von Skulptur und Lichtregie ist ein Markenzeichen der Brüder.

Die eigene Kirche in München

Ab 1733 errichtete Egid Quirin in der Münchner Sendlinger Straße eine Kirche auf eigenem Grund und mit eigenem Geld: St. Johann Nepomuk, heute als Asamkirche bekannt. Als Bauherr musste er keine Wünsche eines Auftraggebers berücksichtigen und konnte seine Vorstellungen frei umsetzen. Vom angrenzenden Asamhaus aus, seinem Wohnhaus, hatte er über ein Fenster direkten Blick auf den Altar. Mehr zur Straße und ihrem Umfeld lesen Sie unter Sendlinger Straße.

Weitere Werke (Auswahl)

  • Freising, Dom: Stuck bei der Barockisierung gemeinsam mit dem Bruder.
  • Osterhofen-Altenmarkt: Altäre und Stuck in der Klosterkirche.
  • Straubing, Ursulinenkirche: Entwurf und Ausstattung; nach dem Tod des Bruders vollendete er die Kirche allein.
  • Mannheim, Jesuitenkirche: Arbeiten an der Ausstattung in seinen letzten Lebensjahren.

Späte Jahre

Nach dem Tod von Cosmas Damian 1739 führte Egid Quirin die Werkstatt allein weiter. Er starb 1750 in Mannheim. Die gemeinsame Geschichte der Brüder und eine Karte ihrer Werke finden Sie unter Die Asam-Brüder und Barockkirchen in Bayern.

Häufige Fragen